| Veranstaltung: | Landeskongress Vorarlberg |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 13 Anträge |
| Antragsteller*in: | Elias Reis, Kiano Loacker, Ricardo Grießer |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 10.04.2026, 13:18 |
A1: Lieber 69 als 96 Gemeinden – Gemeindefusionen als Chance begreifen
Antragstext
Das Land Vorarlberg und ihre Gemeinden stehen vor erheblichen Herausforderungen:
Viele Gemeinden kämpfen mit steigenden Abgaben durch Sozial- und Spitalfonds,
sowie steigenden laufenden Kosten in Verwaltung und Kinderbetreuung. Die
Finanzlage zahlreicher Gemeinden ist mehr als angespannt – mit einer Pro-Kopf-
Verschuldung der Vorarlberger Gemeinden von 2.913 EUR per 2023 liegt man auf
bundesweit sogar auf Platz 2.
Dieser Status quo lässt sich nicht mehr länger tragen – es braucht Ideen,
wie Kosten nachhaltig reduziert und ungenützte Potenziale gefördert werden
können. Gemeindefusionen – also die Zusammenlegung von Verwaltungseinheiten
– sind für uns JUNOS ein Weg, um dem nachzukommen.
Praxisbeispiele aus der Steiermark bieten Evidenz, dass Gemeindefusionen
langfristig zu einer besseren finanziellen Lage führen können: Fusionsgemeinden
weisen geringere Sachausgaben und eine gesteigerte kommunale Leistungsfähigkeit
auf. Weiters ermöglichen professionellere Verwaltungsstrukturen einen bessern
Service für alle Bürgerinnen und Bürger.
Dennoch stocken freiwillige Fusionen vielerorts: Aus lokalpolitischen Bedenken,
mangelnden Informationen oder fehlenden Anreizen. Während wir besonders
Bedenken zum Verlust der Lokalidentität ernst nehmen, glauben wir, dass
Gemeindefusionen neben finanziellen Vorteilen auch zu neu geschaffenen
Traditionen und einem größer gelebten Gemeinschaftsgefühl führen werden.
Punktuelle Kooperationen über Gemeindegrenzen hinaus sehen wir dabei als ersten
Schritt auf dem Weg zu einem schmaleren Verwaltungsapparat. Diese reichen allein
aber leider nicht aus, um die strukturellen Probleme dauerhaft zu lösen.
Deshalb braucht es in Vorarlberg eine aktive Fusions- und Anreizpolitik des
Landes, die Gemeinden auf dem Weg begleitet und unterstützt.
- dass Vorarlberger Gemeinden, die eine Fusion aktiv anstreben, durch
finanzielle Anreize – etwa durch zweckgebundene Fördermittel –
gezielt unterstützt werden.
- dass die Landesregierung ein strukturiertes Beratungs- und Begleitprogramm
für fusionswillige Gemeinden einrichtet, das den organisatorischen und
rechtlichen Prozess vereinfacht.
- dass Infrastrukturen wie Gemeindeämter, Bauhöfe und Verwaltungseinheiten
nach einer Fusion koordiniert zusammengeführt werden, um Sachausgaben
langfristig zu senken und Synergien zu nutzen.
- dass Kooperationen zwischen Gemeinden als erster Schritt gefördert
werden, mittelfristig jedoch vollständige Fusionen als dauerhaft
wirksameres Instrument angestrebt werden.

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