Veranstaltung: | XVIII. Mitgliederversammlung der JUNOS Studierenden |
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Tagesordnungspunkt: | 10. Inhaltliche Anträge |
Status: | Beschluss |
Beschluss durch: | XVIII. Mitgliederversammlung Junos Studierende |
Beschlossen am: | 10.02.2024 |
Basierend auf: | A1: Gründergeist stärken - Startup-Kultur an österreichischen Hochschulen fördern! |
Gründergeist stärken - Startup-Kultur an österreichischen Hochschulen fördern!
Beschlusstext
Gründergeist stärken - Startup-Kultur an
österreichischen Hochschulen fördern!
Unsere Universitäten sind nicht nur Orte des Wissenstransfers, sondern auch
Brutstätten für Ideen und Innovationen. Deshalb ist es uns JUNOS Studierenden
ein besonderes Anliegen, an Hochschulen eine Umgebung zu schaffen, in der
Studierende und Forschende die notwendige Unterstützung, Ressourcen und Anreize
erhalten, um ihre kreativen Visionen in erfolgreiche Startups zu verwandeln.
Durch die gezielte Förderung von Unternehmergeist möchten wir eine Win-Win-
Situation schaffen – sowohl für die individuellen Studierenden und Forschenden
als auch für die gesamte akademische Gemeinschaft, sowie die Wirtschaft und
Gesellschaft im Allgemeinen.
Hochschulen müssen ein Raum für Innovation und Vernetzung sein. Deshalb sollten
Hochschulen Studierende, die selbst eine Vision verfolgen und ein Startup
gründen bzw. mit dem Gedanken spielen eines zu gründen, auch bestmöglich
unterstützen. Universitäten und Fachhochschulen sollen dazu animiert werden
Wettbewerbe und Startup-Messen durchzuführen, sodass die Studierenden
niederschwellig an die für die Gründung notwendigen Informationen herankommen
und innerhalb einer Peergroup networken können.
Um den Gründergeist an den Hochschulen zu bestärken, sollen Gründungszentren an
den Bildungsstandorten eingerichtet werden, welche Startups und angehenden
Startups günstige Räumlichkeiten zur Verfügung stellen sollen. Durch die
unmittelbare Nähe zur universitären Forschung und zu anderen Gründer:innen
können diese vom Erfahrungsaustausch profitieren. Idealerweise sollten im Rahmen
der Gründungszentren Synergien zwischen verschiedenen Hochschulstandorten und
bereits bestehenden Startup-Zentren genutzt werden, um einen bestmöglichen
Austausch zu schaffen.
Unabhängig davon, ob bisher nur eine Idee existiert oder bereits eine Gründung
erfolgt ist, sollte im Rahmen der hochschulnahen Gründerzentren unkomplizierte
Beratung für angehende Gründer:innen verfügbar sein. Diese Beratung sollte
idealerweise von Personen angeboten werden, die selbst Erfahrungen mit
Gründungen und den dabei auftretenden Herausforderungen haben. Bei der Beratung
sollte auch ein besonderes Augenmerk auf die Unterstützung beim Erstellen und
Einreichen von Förderanträgen gelegt werden. Sinnvollerweise sollen für die
Beratung auch bereits bestehende Strukturen genutzt werden und beispielsweise
mit bereits bestehenden Beratungsstellen Kooperation eingegangen werden.
Bei der Gründung eines Startups sind neben den Kontakten zur Wissenschaft auch
die Kontakte zur Wirtschaft von großer Bedeutung. Die Hochschulen sollen deshalb
unterstützend tätig werden und den Gründer:innen bei der Suche nach potenziellen
Investor:innen unter die Arme greifen. Eine wichtige Rolle können dabei die
Gründerzentren spielen, durch diese die Studierenden deutlich bessere
Möglichkeiten haben Netzwerke zu nutzen.
Studierenden soll ermöglicht werden, ein Gründungssemester zu absolvieren, ohne
dass sich dieses negativ auf ihre Studiendauer oder ihren Anspruch auf
Studienbeihilfe auswirkt. Die genaue Ausgestaltung und die Voraussetzungen für
die Teilnahme am Gründungssemester liegen im Ermessen der Hochschule. Hierbei
könnte beispielsweise die Option bestehen, Prüfungsleistungen zu erbringen, was
während eines regulären Urlaubssemesters nicht möglich ist.
Gründungen bringen Studierenden wichtige Erfahrungen, von denen sie auch in
ihrem Studium profitieren können. Daher sollten Studierende, die im Fachgebiet
ihres Studiums unternehmerisch tätig sind, für ihr Engagement belohnt werden und
sich im Rahmen von freien Wahlfächern dafür ECTS-Punkte anrechnen lassen können.
Spin-offs, also Ausgründungen aus Hochschulen, bei denen Forschende, Studierende
und Mitarbeitende ihre neuen Erkenntnisse in eine Firma umwandeln, können ein
wichtiger und innovativer Faktor für den österreichischen Wirtschaftsstandort
sein. Im europäischen Vergleich hinkt Österreich aber meilenweit hinterher. Laut
dem Austrian Startup Monitor gibt es in Österreich nur 90 Ausgründungen pro
Jahr. Ein hemmender Faktor ist die mangelnde Transparenz und Klarheit über den
Prozess, wie sich ein Startup aus einer Uni oder FH mit geistigem Eigentum
herausbildet. Dadurch wird der Gründungsprozess massiv verlangsamt. Deshalb soll
es für Ausgründungen klare Regeln geben, um die Attraktivität des Modells zu
erhöhen und auch den Prozess zu beschleunigen. Des Weiteren sollen auch die
Möglichkeiten für Hochschulen sich rechtlich und finanziell an Spin-offs zu
beteiligen gestärkt werden.