| Veranstaltung: | XII. Mitgliederversammlung JUNOS Schüler:innen |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 13.3. Weitere Anträge |
| Antragsteller*in: | AG Demokratisches Schulbudget |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 02.05.2026, 10:15 |
A3: Starke Schulen durch Mitbestimmung und Transparenz
Antragstext
Ein freies Bildungssystem lebt nicht nur von guten Lehrplänen und engagierten
Lehrkräften, sondern vor allem von mündigen Schüler:innen, die aktiv an der
Gestaltung ihrer Schule teilhaben. Schule ist mehr als ein Ort des Lernens. Sie
ist ein Ort des Zusammenkommens, des Diskurses - ein Raum gelebter Demokratie.
Für uns, JUNOS Schüler:innen, ist klar: Demokratie, Transparenz und Freiheit
müssen nicht nur Inhalte des Unterrichts sein, sondern im Schulalltag gelebt
werden. Denn nur wer Mitbestimmung erlebt, kann Verantwortung übernehmen. Nur
wer Zugang zu Informationen hat, kann fundierte Entscheidungen treffen. Und nur
wer ernst genommen wird, entwickelt die Mündigkeit, die eine liberale
Gesellschaft voraussetzt.
Obwohl Mitbestimmung formal in vielen Bereichen vorgesehen ist, bleibt sie in
der Praxis oft oberflächlich. Schüler:innenvertretungen verfügen kaum über
eigene finanzielle Mittel, Entscheidungsprozesse sind intransparent und zentrale
Gremien wie der Schulgemeinschaftsausschuss (SGA) bleiben für viele
Schüler:innen in ihrer Arbeit kaum nachvollziehbar.
Handlungsfähige Schülervertretungen durch ein eigenes
Budget
Wir wollen Schüler:innenvertretungen in ihrem Handlungsspielraum stärken. Dazu
braucht es einerseits mehr Mitsprache in der Schulgemeinschaft, aber auch einen
gewissen finanziellen Spielraum, um eigene Projekte zu verwirklichen.
- Wir fordern daher, dass jede Schülervertretung einen fest definierten
Anteil des Schuletats zur Verfügung gestellt bekommen.
Die Mittelverwendung soll projektbezogen erfolgen: Nach Annahme eines Projekts
durch die Schulleitung werden die finanziellen Mittel nach Vorlage der
entsprechenden Rechnungen bereitgestellt. Dieses Modell schafft finanzielle
Handlungsfähigkeit der Schüler:innenvertretungen und konkrete
Umsetzungsmöglichkeiten für Schüler:innenprojekte, setzt aber gleichzeitig
auf Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Ressourcen.
Gleichzeitig werden wesentliche Entscheidungen über Projekte, Investitionen
oder externe Kooperationen getroffen, ohne dass Schüler:innen ausreichend
eingebunden oder informiert werden. Entscheidungen, welche von oben über die
Köpfe der Schüler:innen hinweg getroffen werden, schaffen jedoch nicht das
nötige Vertrauen für eine gute Schulgemeinschaft.
- Wir fordern daher die Verankerung eines internen Schüler:innenparlaments
an jeder Schule, dessen Organisation der Schülervertretung obliegt.
Dieses Parlament dient als zentraler Ort für Diskussionen zu schulischen Themen
und der demokratischen Willensbildung innerhalb der Schüler:innenschaft.
Gleichzeitig soll Schüler:innen hier auch die Möglichkeit gegeben werden,
mittels Einbringung von Anträgen ihren Schulalltag aktiv mitzugestalten.
- Wir fordern daher, dass angenommene Anträge verpflichtend im SGA
behandelt werden müssen.
So wird Mitbestimmung strukturell verankert, demokratische Praxis im Schulalltag
gestärkt und Schüler:innen eine echte politische Stimme gegeben.
Transparenz ist eine zentrale Voraussetzung für funktionierende Mitbestimmung.
Nur wenn Entscheidungen nachvollziehbar sind und Informationen offen zugänglich
gemacht werden, können Schüler:innen ihre Rolle als Teil der Schulgemeinschaft
ernsthaft wahrnehmen.
Derzeit fehlt es jedoch häufig an klarer und niederschwelliger Information
über Beschlüsse des SGA, Schulentwicklungsprozesse und größere finanzielle
Entscheidungen.
Wir sehen Transparenz bei solchen Entscheidungen jedoch als unabdingbar an, um
das Vertrauen in schulische Institutionen zu stärken und aktive Partizipation
von Schüler:innen zu fördern.
- Wir fordern die verpflichtende Veröffentlichung von Protokollen des
Schulgemeinschaftsausschusses (SGA), Schulentwicklungsplänen wie auch die
Offenlegung von außergewöhnlichen Ausgaben, insbesondere für Projekte
und einmalige Investitionen.
Somit soll die Nachvollziehbarkeit sichergestellt, Vertrauen gestärkt und die
Grundlage für informierte Mitbestimmung geschaffen werden. Die
Veröffentlichung hat dabei immer in einer für Schüler:innen leicht
zugänglichen und verständlichen Form zu erfolgen.
All diese Maßnahmen haben natürlich das Ziel, die gesamte Schulgemeinschaft in
ihrer Handlungsfähigkeit zu stärken. Doch aktuell sind Schulen und
Schulleitungen bei der Vergabe von Aufträgen für z.B. die Schulreinigung sehr
stark von zentralen Vergabepartnern des Bildungsministeriums abhängig. Wir
JUNOS Schüler:innen sehen jedoch die finanzielle Autonomie von Schulen als
essenziell an, um Schulen größere Freiheiten zu ermöglichen und diese besser
zu machen.
- Wir fordern daher, dass Schulen bei der Vergabe von Aufträgen an externe
Dienstleister und Projektpartner volle Autonomie erhalten und das eine
Abkehr von starren, zentralisierten Beschaffungsstrukturen erfolgt.
Ziel ist mehr Schulautonomie und ein effizienterer Mitteleinsatz unter
stärkerer Berücksichtigung der Bedürfnisse der jeweiligen Schulgemeinschaft.
Unser Ziel ist eine Schule, in der Entscheidungen transparent getroffen werden
und Schüler:innen aktiv mitgestalten. Verantwortung soll dabei gemeinsam von
allen Schulpartnern getragen werden.
Für uns, JUNOS Schüler:innen, ist klar: Ein modernes Bildungssystem kann nur
dann bestehen, wenn es junge Menschen ernst nimmt. Mitbestimmung und Transparenz
sind keine Zusatzangebote – sie sind Grundvoraussetzungen für ein
chancengerechtes, freies und zukunftsfähiges Bildungssystem.

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