Veranstaltung: | Landeskongress Tirol |
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Tagesordnungspunkt: | 10. Weitere Anträge |
Status: | Beschluss |
Abstimmungsergebnis: | Ja: 11, Nein: 0, Enthaltungen: 0, Ungültig: 0 |
Beschluss durch: | Landeskongress Tirol |
Beschlossen am: | 15.07.2023 |
Basierend auf: | A7: Programmieren als zweite Fremdsprache |
Programmieren als zweite Fremdsprache
Beschlusstext
In der heutigen digitalen Welt sind Programmierkenntnisse eine immer wichtiger
werdende Kompetenz, die es ermöglicht, Technologien besser zu verstehen, zu
nutzen und aktiv mitzugestalten. Im aktuellen Schulsystem wird jedoch das
Erlernen von Programmiersprachen nur in ausgewählten Schulen und Fächern
angeboten. Dies führt dazu, dass viele Schülerinnen und Schüler keinen Zugang
zu dieser wichtigen Kompetenz haben und somit benachteiligt sind.
Zudem ist der Frauenanteil im MINT-Bereich noch immer gering. Durch
frühzeitiges Heranführen von Jugendlichen, insbesondere Mädchen an das
Programmieren kann hier ein Beitrag zur Gleichstellung geleistet werden.
Durch die Einführung des Wahlfachs „Programmieren“, das man anstelle einer
zweiten Fremdsprache wie Latein oder Italienisch wählen kann, soll das Erlernen
einer altersgerechten Programmiersprache für alle Schülerinnen und Schüler
zugänglich werden. Um dies effizient zu ermöglichen, sollten folgende
Maßnahmen umgesetzt werden:
Anpassung der Lehrpläne: Die Lehrpläne im Pflichtschulbereich sollen um das
Wahlfach "Programmieren" erweitert werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass
das Fach altersgerecht und mit einem progressiven Schwierigkeitsgrad gestaltet
wird, um den Schülerinnen und Schülern eine kontinuierliche und fundierte
Ausbildung in Programmiersprachen zu ermöglichen.
Der Lernprozess soll interaktiv gestaltet werden und mit spielerischen Elementen
die Kinder dazu motivieren, das gelernte Wissen auch in Ihrer Freizeit
anzuwenden.
Infrastruktur und Materialien: Die Schulen sollen mit den erforderlichen
Ressourcen ausgestattet werden, um den Schülerinnen und Schülern eine
praxisnahe und zeitgemäße Ausbildung im digitalen Bereich zu ermöglichen.
Hierzu zählen neben der Bereitstellung von Laptops und geeigneter Software auch
Lehrmaterialien und Hilfsmittel, die den Lernprozess unterstützen.
Lehrerfortbildung: Um die Lehrkräfte auf die Vermittlung von
Programmierkenntnissen vorzubereiten, müssen spezielle Fortbildungsmaßnahmen
angeboten werden.
Kooperationen mit Unternehmen und Hochschulen: Um den Praxisbezug im Unterricht
zu stärken und den Schülerinnen und Schülern Einblicke in aktuelle
Entwicklungen und Anwendungsfelder des Programmierens zu ermöglichen, sollen
Kooperationen zwischen Schulen, Unternehmen und Hochschulen gefördert werden.
Dies kann beispielsweise durch gemeinsame Projekte, Exkursionen, Gastvorträge
oder die Einbindung von Expertinnen und Experten aus der Praxis in den
Unterricht geschehen.
Evaluation und Weiterentwicklung: Das Fach "Programmieren“ soll kontinuierlich
evaluiert und weiterentwickelt werden. Hierzu sollen regelmäßige
Feedbackgespräche zwischen Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie
Wirtschaftsvertretern stattfinden, um den Unterricht an die Bedürfnisse der
Lernenden und an den Bedarf des Wirtschaftsstandorts anzupassen und
Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
Zudem sollen aktuelle Entwicklungen berücksichtigt werden, um den Unterricht
stets auf dem neuesten Stand zu halten.
Durch die Einführung eines solchen Faches in Tirol können wir sicherstellen,
dass alle Schülerinnen und Schüler Zugang zu dieser wichtigen Kompetenz
erhalten. Damit tragen wir nicht nur zu einer umfassenderen digitalen Bildung
bei, sondern bereiten unsere Kinder und Jugendlichen auch besser auf die
Anforderungen der modernen Arbeitswelt vor.