Veranstaltung: | Landeskongress Tirol |
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Tagesordnungspunkt: | 10. Weitere Anträge |
Status: | Beschluss |
Beschluss durch: | Landeskongress Tirol |
Beschlossen am: | 15.07.2023 |
Basierend auf: | A1NEU: Installation einer Babyklappe in der Landeshauptstadt |
Installation einer Babyklappe in der Landeshauptstadt Innsbruck
Beschlusstext
Frauen, die aus verschiedensten Gründen ihr Kind nicht behalten können oder
möchten, haben neben der Adoption auch die Möglichkeit der anonymen Geburt, die
in Tirol an allen öffentlichen Krankenhäusern möglich ist. Kann diese, aufgrund
der direkten medizinischen Betreuung logischerweise vorzuziehende, Möglichkeit,
nicht in Anspruch genommen werden, gibt es das Angebot von Babyklappen.
Bei einer Babyklappe, auch Babynest, handelt es sich um eine Vorrichtung, in der
Neugeborene anonym abgegeben werden können und direkt anschließend betreut und
medizinisch versorgt werden.
Dabei kann das Neugeborene durch eine Klappe, die sich an einem unbeobachteten
Ort meist in unmittelbarer Nähe eines Krankenhauses befindet, in ein Bettchen
gelegt werden. Dort wird das Kind anschließend medizinisch versorgt und betreut.
Nach einer Wartefrist von 6 Monaten, in welcher die Mutter entscheiden kann, das
Kind doch noch anzunehmen, wird das Kind zur Adoption freigegeben.
Im Jahr 2021 fanden österreichweit 32 anonyme Geburten statt und es wurden 2
Neugeborene in Babyklappen aufgefunden.
Es gibt, das Burgenland ausgenommen, in allen Bundesländern mindestens eine
Babyklappe. Tirol ist das einzige der Bundesländer mit Babyklappe, dessen
Landeshauptstadt nicht über eine vergleichbare Einrichtung verfügt - die einzige
Babyklappe in Tirol befindet sich im Bezirkskrankenhaus Lienz. Dies bedeutet,
dass Innsbruck in alle Richtungen mindestens zwei Stunden von einer Babyklappe
entfernt liegt (Bregenz, Salzburg, Lienz). Eine mindestens zweistündige Anreise
ist in einer Notsituation, wie sie in diesem Falle zweifelsohne jedenfalls
vorliegt, absolut unzumutbar.
Das Optimum wäre logischerweise, dass kein Neugeborenes in Babyklappen abgegeben
werden muss und keine anonymen Geburten notwendig sind. In der Realität ist
dieses utopische Ideal leider nicht gegeben. So ist auch klar, dass es sich bei
beiden Optionen um eine Notlösung, bei der Babyklappe um die Ultima Ratio
handelt.
Da durch die Installation einer Babyklappe jedoch Kinderleben gerettet werden
kann, ist eine Berechnung, ob eine weitere Babyklappe bei 2 Fällen in 2021
rentabel ist, absolut deplatziert. In den Notsituationen geht es um die
Entscheidung “Mülltonne oder Babyklappe”, weshalb unsere Vision ist, dass sich
unabhängig davon, wo man sich befindet, eine Babyklappe in zumutbarer Distanz
befindet und jede Frau gegebenenfalls auf diese Option zugreifen kann.
Aus den oben hervorgehenden Gründen fordern wir JUNOS Tirol daher: