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            <title>Landeskongress Tirol: Alles</title>
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                <title>Landeskongress Tirol: Alles</title>
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                        <title>A7: Tirol muss Fortschritt wollen - Vom Abschottungsreflex zum Innovationsstandort von Weltrang</title>
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                        <author>Felix Rovagnati &amp; Rafael Fiechter</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Tirol muss Fortschritt wollen - Vom Abschottungsreflex zum Innovationsstandort von Weltrang</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Präambel: Die Frage, die sich Tirol nicht stellen traut</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Es gibt eine Frage, der dieses Land seit Jahren ausweicht. Nicht, weil sie zu schwer wäre, sondern weil die ehrliche Antwort unbequem ist. Die Frage lautet: Wollen wir den Fortschritt überhaupt?</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Man würde meinen, die Antwort sei selbstverständlich ja. Doch wer der Tiroler Politik der letzten Jahre zuhört, hört etwas anderes. Er hört Sorge, wo Stolz angebracht wäre. Er hört Abwehr, wo Ehrgeiz nötig wäre. Und er hört am lautesten dann, wenn etwas zu gut läuft.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das jüngste Beispiel ist die Debatte über die Universität Innsbruck. Nur noch 47,9 Prozent der Studierenden bringen ein österreichisches Maturazeugnis mit, bei den Erstsemestrigen sind es weniger als 40 Prozent. Statt darin das zu sehen, was es ist – nämlich ein Gütesiegel: dass Menschen aus ganz Europa und der Welt nach Innsbruck kommen wollen, um zu studieren –, wird es zum Problem erklärt. Die Antwort, die man sucht, heißt Quote. Eine fixe Aufteilung der Studienplätze nach Herkunft. Nicht nach Können. Nach Pass.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dieser Antrag beginnt bei dieser Quote, weil sie ein Symptom ist. Sie steht für eine Haltung, die Tirol seit zu langer Zeit lähmt: die Angst vor Veränderung. Die Vorstellung, man könne Wohlstand sichern, indem man die Tür ein Stück weiter zumacht. Die Überzeugung, das Beste liege hinter uns und müsse nur verteidigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir sind vom Gegenteil überzeugt. Wir glauben, dass Wohlstand nicht verteidigt, sondern erarbeitet wird. Dass Offenheit keine Bedrohung ist, sondern die Voraussetzung von allem, was Tirol je groß gemacht hat. Und dass ein Land, das Angst davor hat, dass sich alles verändert, am Ende genau in dieser Veränderung untergeht – denn verändern wird sich die Welt so oder so, ob mit Tirol oder ohne.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dieser Antrag ist kein Maßnahmenkatalog. Er ist eine Vision. Er beschreibt, was Tirol sein könnte, wenn es sich entscheiden würde, den Fortschritt nicht zu fürchten, sondern zu wollen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1. Der Reflex: Wie aus einer guten Universität ein Problem gemacht wird</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Beginnen wir bei dem, was uns am meisten stört. Quoten widersprechen allem, wofür wir stehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Gedanke ist im Kern einfach: Es soll zählen, was ein Mensch kann, nicht wen er kennt – und schon gar nicht, woher er kommt. Was zählen soll, ist der Wille, etwas zu leisten, und die Fähigkeit, es zu beweisen. Eine Gesellschaft, die Leistung fördert und honoriert, ist gerecht. Eine Gesellschaft, die nach Herkunft sortiert, ist es nicht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine Herkunftsquote an der Universität dreht dieses Prinzip um. Sie sagt einem jungen Menschen, der besser ist, der mehr will, der härter gearbeitet hat: Du bekommst den Platz trotzdem nicht – wegen deines Passes. Und sie sagt einem anderen, der schlechter abgeschnitten hat: Du bekommst ihn – wegen deines Passes. Das ist nicht der Schutz heimischer Studierender. Das ist die Bestrafung von Leistung und die Belohnung von Zufall.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Damit wir einander richtig verstehen: Wir reden hier von der generellen Herkunftsquote, von dem Versuch, das Sortieren nach Pass zum Normalfall zu machen und auf ein Fach nach dem anderen auszuweiten – auf Wirtschaft, auf Architektur, auf was auch immer als Nächstes „überrannt&quot; erscheint. Das lehnen wir ab. Etwas anderes sind eng begrenzte Ausnahmen dort, wo ein konkreter, nachweisbarer Versorgungsbedarf der eigenen Bevölkerung besteht: Bei Gesundheitsberufen wie der Human- und Zahnmedizin oder der Psychologie lässt sich ein solcher Bedarf real begründen, weil ein Land seine ärztliche und psychologische Versorgung sicherstellen können muss. Eine maßvolle Quote ist dort ein vertretbares Instrument. Der Fehler beginnt genau in dem Moment, in dem man diese Ausnahme zur Regel erklärt und ein Werkzeug der Daseinsvorsorge in ein Werkzeug der Abschottung verwandelt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dahinter steckt ein Denkfehler, der sich durch die ganze Debatte zieht: die Vorstellung, ein Studienplatz sei ein Stück Kuchen, das einem weggenommen wird, sobald ihn ein anderer bekommt. Doch eine Universität ist kein fixer Kuchen. Sie ist ein lebendiger Ort, dessen Wert davon abhängt, wie gut die Menschen sind, die dort forschen, lehren und lernen. Eine Universität, an die die Besten aus ganz Europa kommen wollen, ist keine bedrohte Universität. Sie ist eine erfolgreiche. Der hohe Anteil internationaler Studierender in Innsbruck ist kein Alarmsignal. Er ist ein Kompliment, das man gerade dabei ist, in eine Beleidigung umzudeuten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2. Zweihundert Kilometer Unterschied</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Innsbruck liegt rund zweihundert Kilometer von München entfernt. In München betreibt Google eines seiner größten Entwicklungszentren in Europa. Microsoft hat dort über Jahrzehnte seine deutsche Zentrale aufgebaut. Rund um diese Standorte ist ein Ökosystem aus Forschung, Kapital, Talent und Gründergeist entstanden, das zu den dichtesten des Kontinents zählt. München ist heute ein Ort, an dem Weltfirmen entstehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Und Tirol? In Tirol gilt es als Großereignis, wenn irgendwo eine neue Seilbahn gebaut wird. Eine neue Seilbahn wird als Innovation gefeiert, als Beweis von Fortschritt, als Standortargument. Mit allem Respekt vor der Ingenieursleistung dahinter: Das kann nicht der Maßstab eines Landes sein, das ernst genommen werden will.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir müssen ehrlich sein über das, was wir feiern. Das Vorzeigeunternehmen, das in Tirol seit Jahren als Beweis dafür herhält, dass wir Hochtechnologie können, ist MED-EL – der Innsbrucker Weltmarktführer für Hörimplantate. MED-EL ist eine großartige Firma, ein echter Weltkonzern aus Tirol, und ein Beleg dafür, dass es geht. Aber MED-EL wurde in den 1970er- und 1980er-Jahren gegründet. Das Unternehmen, das wir als unser Innovationsbeweis vorzeigen, ist älter als die meisten Menschen in diesem Saal. Es ist nicht mehr neu. Wir zehren von einer Gründung, die ein halbes Jahrhundert zurückliegt, und tun so, als sei das ein laufender Beweis unserer Innovationskraft.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das ist das eigentliche Problem. Nicht, dass Tirol nichts kann. Sondern dass Tirol aufgehört hat, den Anspruch zu haben, etwas Neues hervorzubringen. Wir verwalten unseren Ruf, statt ihn zu erneuern. Und das in einem Moment, in dem zweihundert Kilometer weiter gezeigt wird, wie schnell ein Standort an einem vorbeizieht, der sich entschieden hat, vorne sein zu wollen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dabei hätten wir alles, was es braucht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>3. Wir haben alles. Wir nutzen es nicht.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Hier liegt die bittere Ironie der Tiroler Debatte. Während über Quoten an der Universität gestritten wird, ist genau diese Universität still und leise zu einem der bedeutendsten Forschungsstandorte der Welt geworden – in einem Feld, das die nächsten Jahrzehnte prägen wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Innsbruck ist die Heimat der Quantencomputer. Das ist keine Lokalpatrioten-Übertreibung, das ist der internationale Stand der Dinge. Die Quantenphysik an der Universität Innsbruck und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gehört zur absoluten Weltspitze. Aus ihr ist mit Alpine Quantum Technologies ein Unternehmen hervorgegangen, das im Frühjahr 2026 mit seiner neuesten Generation einen europäischen Rekord für einen universellen Quantencomputer aufgestellt hat. In Innsbruck steht der leistungsstärkste Quantencomputer Europas. Fachleute weltweit nennen diese Stadt schlicht die Heimat der Ionenfallen-Quantencomputer.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Während Tirol darüber diskutiert, ob zu viele kluge Menschen aus dem Ausland nach Innsbruck kommen, ist genau hier eine Technologie gereift, um die uns jedes andere Land der Welt beneidet. Und sie ist nicht trotz, sondern wegen der Offenheit dieser Universität entstanden. Sie ist das Produkt von Forschern, die aus aller Welt zusammenkamen, weil Innsbruck ein Ort war, an dem man Weltklasse-Wissenschaft machen konnte.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das ist der Beweis, dass es geht. Tirol kann Weltspitze. Tirol ist in einem Zukunftsfeld bereits Weltspitze. Die Frage ist nur, ob wir bereit sind, aus dieser Forschungsexzellenz auch wirtschaftliche Stärke zu machen – oder ob wir zusehen, wie das hier geschaffene Wissen anderswo zu Wohlstand wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Denn Forschung allein reicht nicht. Eine Erkenntnis, die in einem Labor bleibt, verändert kein Land. Erst wenn aus Forschung Unternehmen werden, aus Patenten Produkte und aus Doktoranden Gründer, entsteht das, was München ausmacht und was Tirol fehlt: ein Ökosystem. Dafür braucht es eine Gründungs- und Spin-off-Offensive, die diesen Namen verdient – einen Weg von der Universität in den Markt, der nicht durch Bürokratie, sondern durch Möglichkeiten gepflastert ist. Und es braucht Kapital, das bereit ist, ins Risiko zu gehen. Wagniskapital ist nichts anderes als die Bereitschaft, an eine Idee zu glauben, bevor sie sich bewiesen hat. Wo dieses Kapital fehlt, wandern die Ideen dorthin ab, wo es vorhanden ist. Und das ist heute nicht Tirol.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Doch all das – Spin-offs, Kapital, Ökosystem – ist nur die zweite Hälfte der Geschichte. Die erste Hälfte ist eine Frage der Haltung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4. Talent ist frei – und geht dorthin, wo es willkommen ist</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Es nützt die beste Universität nichts, wenn das Land um sie herum nicht will, dass die Menschen, die sie anzieht, auch bleiben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das ist der Punkt, an dem die Quotendebatte und die Standortfrage zusammenfallen. Wer Spitzentalente ausbildet und sie dann mit Misstrauen behandelt, wird sie verlieren. Wer Forscher aus dem Silicon Valley anziehen will, aber ihnen das Leben hier schwer macht, wird sie an München verlieren. Talent ist das mobilste Gut der Welt. Es bleibt nicht aus Dankbarkeit. Es bleibt dort, wo es willkommen ist und wo es leben kann.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Und genau hier scheitert Tirol an Banalitäten. Stellen wir uns eine Ingenieurin vor, die in einem führenden Technologiezentrum der Welt gearbeitet hat und nun überlegt, ein Start-up in Europa aufzubauen. Sie kommt nach Innsbruck. Die Landschaft ist perfekt. Das Klima ist perfekt. Der Lebensstandard ist höher als an vielen Orten, von denen sie kommt. Sie könnte hier glücklich werden. Und dann fragt sie, wo ihre Kinder zur Schule gehen sollen – und es gibt kaum englischsprachige, international ausgerichtete Kindergärten und Volksschulen, und die wenigen Plätze sind längst vergeben. In diesem Moment ist die Entscheidung gefallen. Nicht gegen Tirol, weil Tirol nicht schön genug wäre. Gegen Tirol, weil München die Schule hat, die Tirol nicht hat. Sie geht nach München, und mit ihr geht das Start-up, das hier hätte entstehen können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das ist keine abstrakte Sorge. Das ist die Mechanik, nach der Standorte gewinnen oder verlieren. Wer internationale Spitzenkräfte will, muss eine internationale Infrastruktur des Alltags bieten: englischsprachige Bildung von der Krippe bis zur Matura, einen Aufenthaltsweg, der Menschen nicht behandelt, als müssten sie sich für ihr Kommen rechtfertigen, eine Verwaltung, die Englisch spricht und Tempo kennt. Das alles ist nicht Luxus. Es ist die Grundausstattung eines Standorts, der im globalen Wettbewerb um die klügsten Köpfe mitspielen will.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Offenheit ist für uns kein moralisches Zugeständnis, das man der Welt macht. Offenheit ist Eigeninteresse. Ein Land, das die Besten anzieht und behält, wird reicher, freier und lebendiger. Ein Land, das sie abweist, wird ärmer, enger und älter. Die Quote ist die institutionalisierte Form dieser Selbstverarmung. Sie ist der Versuch, sich vor dem zu schützen, was uns retten würde.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>5. Nicht fördern, ermöglichen</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>An dieser Stelle kommt der entscheidende Unterschied. Wenn man in Tirol über Innovation spricht, landet man schnell bei Förderprogrammen. Das Land hat unzählige davon. Man fördert hier eine App mit hunderttausenden Euro, dort ein Projekt, das kaum Spuren hinterlässt. Es wird viel Geld verteilt und wenig bewegt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir glauben nicht an diesen Weg. Nicht, weil wir gegen Innovation wären, sondern weil Subvention das schwächste Werkzeug ist, das ein Staat hat. Förderung bedeutet, dass der Staat entscheidet, welche Idee es wert ist, Geld zu bekommen. Doch der Staat ist ein schlechter Investor. Er kennt die Zukunft nicht besser als alle anderen, er kennt sie meist schlechter. Was er an Geld verteilt, verteilt er nach politischen, nicht nach unternehmerischen Kriterien. Und am Ende sind viele Förderungen vor allem eines: ein teurer Beweis dafür, dass man etwas getan hat.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unser Weg ist ein anderer. Der Staat soll nicht auswählen, wer gewinnt. Er soll die Bedingungen schaffen, unter denen möglichst viele es versuchen können. Er soll nicht Investor sein, sondern Ermöglicher. Und das Wertvollste, was ein Ermöglicher bieten kann, ist nicht Geld – es ist das Wegräumen von Hindernissen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das heißt konkret: Standort- und Genehmigungsbeschleunigung. Es kann nicht sein, dass ein junges Unternehmen Monate oder Jahre auf Verfahren wartet, die anderswo in Wochen erledigt sind. Jeder Tag, den eine Genehmigung länger dauert als nötig, ist ein Tag, an dem das Unternehmen anderswo schneller gewesen wäre. Bürokratie ist nicht neutral. Sie ist ein Standortnachteil, den wir uns selbst zufügen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Es heißt: physische Räume statt Förderbescheide. Was ein entstehendes Ökosystem braucht, sind Orte – Hubs, Inkubatoren, Flächen, an denen Gründer, Forscher und Kapital aufeinandertreffen. Nicht digitale Förderportale, sondern Wände, Labore, Werkstätten und Schreibtische, an denen Menschen sich begegnen und etwas Gemeinsames bauen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Und es heißt vor allem: eine Haltung. Die wichtigste Infrastruktur ist nicht aus Beton. Sie ist im Kopf. Solange Politik und Bevölkerung im Grunde nicht wollen, dass hier Start-ups, Spin-offs und neue Industrien entstehen – mit allem, was dazugehört, mit Zuzug, mit Veränderung, mit Menschen, die anders sind –, wird kein Förderprogramm der Welt etwas ändern. Der erste und billigste Schritt zum Innovationsstandort kostet keinen Cent: Es ist die Entscheidung, ihn zu wollen, und sie laut auszusprechen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>6. Die Pilotregion: Ein Reallabor für den Fortschritt</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wenn wir es ernst meinen, dann sollten wir den Mut haben, es an einem Ort wirklich zu zeigen. Unsere Vision ist eine Tiroler Pilotregion, die sich zu hundert Prozent dem Fortschritt verschreibt – ein Reallabor, in dem das, was anderswo an Vorschriften, Verfahren und Vorsicht erstickt, einmal in voller Freiheit ausprobiert werden darf.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Stellen wir uns eine Zone vor, in der die Regeln nicht der Maßstab sind, sondern die Möglichkeiten. In der ein Start-up nicht erst beweisen muss, dass es harmlos ist, bevor es etwas tun darf, sondern in der es etwas tun darf und erst dann beurteilt wird, wenn es etwas geschaffen hat. In der künstliche Intelligenz entwickelt, trainiert und eingesetzt werden kann, ohne dass jeder Schritt von vornherein von einem Dickicht aus Auflagen begleitet wird. In der nicht nur produzierende Betriebe, sondern gerade die digitalen, die forschungsnahen, die radikal neuen Unternehmen einen Raum finden, in dem Fortschritt der Normalzustand ist und nicht die genehmigungspflichtige Ausnahme.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das ist eine bewusst große Idee. Sie wird Widerspruch ernten, und das ist gut so. Denn jede ernsthafte Veränderung beginnt mit einem Vorschlag, den die Bewahrer für undenkbar erklären. Eine solche Freiheitszone wäre ein Signal an die ganze Welt: Hier, in Tirol, gibt es einen Ort, an dem man bauen darf. An dem man nicht gegen den Staat arbeiten muss, sondern mit ihm. An dem die Standardantwort nicht „das geht nicht&quot; lautet, sondern „versuchen wir es&quot;.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Überzeugung, dass Freiheit nicht das Risiko ist, das man eingehen muss, sondern die Quelle, aus der Wohlstand entsteht. Dass Menschen, denen man vertraut und denen man Raum gibt, mehr Gutes schaffen als jede Behörde, die sie verwaltet. Eine Pilotregion des Fortschritts wäre der gebaute Beweis dieser Überzeugung – und der schärfste denkbare Gegenentwurf zur Quote.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>7. Energie ist die Grundlage von allem</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nichts von alldem funktioniert ohne Energie. Und genau hier hat Tirol einen Vorteil, der so groß ist, dass man fassungslos ist, wie wenig wir daraus machen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Zukunft, von der wir sprechen, läuft auf Strom. Künstliche Intelligence braucht Rechenleistung, Rechenleistung braucht Rechenzentren, und Rechenzentren brauchen enorme Mengen Energie – am besten günstig, am besten sauber, am besten verlässlich. Wer in dieser Zukunft vorne sein will, braucht Strom im Überfluss. Energie ist das A und O des digitalen Zeitalters.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Und Tirol hat sie. Jedes andere Land würde uns um unsere Berge beneiden – nicht nur wegen der Natur und des Tourismus, sondern wegen der Wasserkraft. Wir wissen, wie man saubere Energie erzeugt. Wir wissen, wie man sie speichert, in Pumpspeicherkraftwerken, die das größte Problem der erneuerbaren Energie lösen: ihre Schwankung. Wir könnten günstigen, sauberen Strom in einer Menge und Verlässlichkeit bereitstellen, von der andere Standorte nur träumen. Wir sind für das Energiezeitalter der künstlichen Intelligenz so prädestiniert wie kaum eine Region Europas.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das verändert die ganze Erzählung. Plötzlich sind die Berge nicht nur Postkartenmotiv und Skigebiet, sondern das Fundament eines Hochtechnologiestandorts. Plötzlich passt alles zusammen: die Energie aus dem Wasser, die Rechenzentren, die darauf laufen, die künstliche Intelligenz, die in ihnen entsteht, die Quantencomputer an der Universität, die das nächste Kapitel dieser Technologie schreiben. Tirol hätte alle Glieder der Kette – von der sauberen Kilowattstunde bis zum Quantenalgorithmus. Wir müssten sie nur zusammenfügen, statt jedes Glied einzeln zu verwalten und keines zu nutzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dazu gehört, Energie in ihrer ganzen Breite zu denken: Wasserkraft als Rückgrat, dazu Windkraft, Solarenergie, Tiefengeothermie, jede saubere Quelle, die uns unabhängiger und stärker macht. Energie ist nicht nur ein Klimathema. Sie ist die härteste Standortfrage des kommenden Jahrzehnts. Und Tirol sitzt auf einem Schatz, den es bislang vor allem fotografiert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>8. Der unterschätzte Weltmarktführer: Alpine Technik als Hightech</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine letzte Stärke übersehen wir, weil wir sie falsch einordnen. Tirol ist Weltspitze in der alpinen Technik – im Bau von Seilbahnen, in der Schnee- und Pistentechnik, in allem, was es braucht, um in extremem Gelände Großes zu bauen und zu bewegen. Wir behandeln das als Tourismus. Tatsächlich ist es Hochtechnologie und Maschinenbau auf Weltniveau.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Hier liegt ein Cluster verborgen, den niemand als solchen erzählt: Tiroler Unternehmen, die in ihren Nischen den Weltmarkt anführen, die exportieren, die forschen, die hochkomplexe Ingenieursleistung erbringen – und die wir gedanklich in die Schublade „Bergbahn&quot; stecken, statt sie als das zu sehen, was sie sind: Industrie der Spitzenklasse, gewachsen ohne Subvention, getragen von Können und Wettbewerb. Wenn wir lernen, diese Stärke als Hightech zu begreifen und nicht als Folklore, entsteht daraus ein weiteres Standbein eines selbstbewussten Innovationsstandorts.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Es ist dieselbe Lektion wie überall in diesem Antrag: Tirol unterschätzt sich. Es nennt seine Weltspitze Tourismus, seine Energie Landschaft und seine internationale Universität ein Problem. Es ist Zeit, das umzudrehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>9. Die eigentliche Entscheidung: Angst oder Fortschritt</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Damit sind wir bei der Quintessenz. Bei der Frage, um die es in Wahrheit geht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit Quoten und mit Panik vor Veränderung kommen wir nicht weiter. Das ist keine Frage der politischen Geschmacksrichtung, das ist eine Frage der Richtung der Geschichte. Die Welt verändert sich, ob es uns gefällt oder nicht. Künstliche Intelligenz, Quantentechnologie, neue Industrien – das alles kommt, und es kommt schnell. Wer sich davor fürchtet und versucht, es aufzuhalten, indem er die Tür zumacht, der hält nichts auf. Er sorgt nur dafür, dass die Veränderung woanders stattfindet und ihn zurücklässt. Wer Angst davor hat, dass sich alles verändert, der wird am Ende in genau dieser Veränderung untergehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Man muss sich nur ansehen, wie es anders geht – und man muss dafür nicht weit schauen. Bayern ist, bei aller Verschiedenheit, ein im Kern ähnlich konservativ geprägtes Land wie Tirol. Auch dort gibt es Tradition, Heimat, Stolz auf das Eigene. Und trotzdem hat München sich entschieden, ein Ort des Fortschritts zu werden. Es hat den Widerspruch aufgelöst, der Tirol lähmt: dass man seine Wurzeln nur behält, wenn man die Zukunft abwehrt. München zeigt, dass das Gegenteil stimmt. Dass man stolz auf das Eigene sein und zugleich der offenste, modernste, ehrgeizigste Standort weit und breit sein kann. Tirol könnte das auch. Wir haben jede Grundlage dafür – die Universität, die Quantenphysik, die Energie, die Lebensqualität, die Lage. Uns fehlt nur die Entscheidung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wie viel auf dem Spiel steht, zeigt eine Geschichte, die in Österreich begann und anderswo endete. Peter Steinberger ist Österreicher. Ende 2025 hat er mit OpenClaw eines der meistbeachteten KI-Projekte des Jahres geschaffen – ein Werkzeug, das innerhalb weniger Wochen weltweit explodierte. Wenige Monate später ging er ins Silicon Valley, zu OpenAI. Das ist keine Anklage gegen ihn; es war seine Entscheidung, und sie ist nachvollziehbar. Aber sie erzählt etwas über uns. Österreich bringt solche Talente hervor. Was Österreich nicht hat, ist das Ökosystem, in dem aus solchen Talenten Weltfirmen werden – das Kapital, die Dichte, die Geschwindigkeit, der Sog. Dieses Ökosystem steht in San Francisco. Es könnte, ein Stück weit, auch in Innsbruck stehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Man darf träumen: Hätte Tirol die Bedingungen geboten, von denen dieser Antrag spricht – die Offenheit, die Räume, die Energie, das Tempo, das Willkommen –, vielleicht wäre der nächste, der eine solche Idee hat, nicht nach Kalifornien gegangen. Vielleicht wäre er geblieben. Vielleicht wäre er gekommen. Genau dafür kämpfen wir.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Was wir wollen</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die JUNOS Tirol bekennen sich zu einem Tirol, das den Fortschritt nicht fürchtet, sondern will. Wir treten ein für ein Land, das offen, mutig und frei ist – und das den Anspruch hat, im Wettbewerb der besten Standorte der Welt vorne mitzuspielen, statt seine Errungenschaften zu verwalten und seine Stärken zu verkennen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir lehnen generelle Herkunftsquoten an den Universitäten entschieden ab. Was zählen muss, ist Leistung und Wille, nicht der Pass. Eng begrenzte Ausnahmen bei nachweisbarem Versorgungsbedarf der eigenen Bevölkerung – etwa in den Gesundheitsberufen – sind etwas grundlegend anderes als die Ausweitung dieses Instruments auf immer neue Fächer. Der hohe Anteil internationaler Studierender in Innsbruck ist kein Problem, sondern ein Gütesiegel, das es zu schützen gilt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir bekennen uns zur Universität Innsbruck und ihrer Quantenforschung als Weltspitze und fordern eine echte Gründungs- und Spin-off-Offensive, die Forschung in Unternehmen verwandelt, sowie ein Umfeld, in dem Wagniskapital den Mut zu neuen Ideen finanzieren kann.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen Tirol zu einem Ort machen, an dem internationale Spitzenkräfte nicht nur studieren, sondern leben und gründen wollen – mit englischsprachiger Bildung von der Krippe bis zur Matura, mit einer weltoffenen Verwaltung und mit einem Zugang, der Menschen willkommen heißt statt sie zu misstrauen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen einen Staat, der nicht fördert, sondern ermöglicht – der Genehmigungen beschleunigt, Hindernisse wegräumt, physische Räume für Innovation schafft und seine Energie nicht in Förderportale, sondern in echte Standortbedingungen steckt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern den Mut zu einer Pilotregion des Fortschritts – einem Reallabor, in dem Unternehmen und Forschung in größtmöglicher Freiheit ausprobieren dürfen, was die Zukunft trägt, von künstlicher Intelligenz bis zu Technologien, die wir heute noch nicht kennen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen Tirols natürlichen Vorteil endlich nutzen: saubere, günstige, verlässliche Energie aus Wasserkraft, Pumpspeicher und allen erneuerbaren Quellen als Fundament eines digitalen Hochtechnologiestandorts mit Rechenzentren, künstlicher Intelligenz und Quantentechnologie.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Und wir wollen, dass Tirol seine eigenen Stärken endlich richtig benennt – die alpine Technik als Weltklasse-Industrie, die Berge als Energiequelle, die internationale Universität als Trumpf.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vor allem aber wollen wir, dass Tirol eine Entscheidung trifft. Die Entscheidung gegen die Angst und für den Fortschritt. Denn die Veränderung kommt ohnehin. Die einzige Frage ist, ob wir sie gestalten – oder ob wir ihr beim Davonziehen zusehen.</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Sun, 21 Jun 2026 09:59:49 +0000</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A4: Nicht nur strafen, nachschulen: Jugendschutz beim Alkohol</title>
                        <link>http://antragsschmiede.junos.at/web/lakotirol0626/Nicht_nur_strafen_nachschulen_Jugendschutz_beim_Alkohol-58964</link>
                        <author>Isabella Kainz, Julian Pfurtscheller, Rafael Fiechter &amp; Felix Rovagnati</author>
                        <guid>http://antragsschmiede.junos.at/web/lakotirol0626/Nicht_nur_strafen_nachschulen_Jugendschutz_beim_Alkohol-58964</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Nicht nur strafen, nachschulen: Jugendschutz beim Alkohol</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Begründung</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Niemand will, dass sich 14-Jährige betrinken. Die Frage ist nicht, ob es Regeln gibt, sondern was passiert, wenn jemand dagegen verstößt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Heute hat die Behörde zwei Werkzeuge: eine Geldstrafe oder, beim ersten Verstoß, das Absehen von der Strafe, wenn sich der oder die Jugendliche zu einem höchstens dreistündigen Beratungsgespräch verpflichtet. Beides verfehlt die Wirkung. Ein kleiner Strafzettel bringt niemandem bei, mit Alkohol umzugehen. Und ein kostenloses Dreistundengespräch erst recht nicht: Man sitzt es ab, zahlt keinen Cent – und schießt sich am selben Abend wieder eine Flasche.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Beim Autofahren lösen wir das längst klüger. Wer in der Probezeit alkoholisiert fährt oder einen schweren Verstoß begeht, muss verpflichtend eine Nachschulung machen – und sie selbst bezahlen. Genau das wirkt: nicht weil ein Vortrag so überzeugend wäre, sondern weil die Maßnahme verpflichtend ist, etwas kostet und damit spürbar wird. Bei Wiederholung eskaliert es bis zur verkehrspsychologischen Untersuchung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Diese Logik gehört in den Jugendschutz. Wer gegen die Alkoholregeln verstößt, soll nicht mit einem symbolischen Strafzettel oder einem folgenlosen Gespräch davonkommen, sondern eine verpflichtende, kostenpflichtige Nachschulung absolvieren. Das ist Konsequenz und Erziehung zugleich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Beschluss</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die JUNOS Tirol fordern, die Konsequenzen für Alkohol-, Tabak- und Nikotinverstöße im Tiroler Jugendgesetz nach dem Vorbild der Führerschein-Nachschulung umzubauen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li><strong>Verpflichtende, ernsthafte Nachschulung statt Gratis-Gespräch.</strong> Das folgenlose dreistündige Beratungsgespräch wird durch eine verpflichtende, inhaltlich qualifizierte Nachschulung ersetzt. Sie ist kein strafbefreiender Gratis-Ausweg: Die Strafe bleibt, die Nachschulung kommt als verpflichtende Maßnahme dazu.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><strong>Selbst zu bezahlen – das ist die eigentliche Lenkungswirkung.</strong> Die Kosten der Nachschulung tragen die Jugendlichen bzw. ihre Erziehungsberechtigten, wie bei der Führerschein-Nachschulung (§ 4 Abs. 8 FSG). Eine kostenlose Sitzung schreckt niemanden ab; eine Maßnahme, die verpflichtend ist und etwas kostet, sehr wohl.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li><strong>Gestuft und härter bei Wiederholung.</strong> Erstverstoß: Nachschulung. Wiederholung: ein umfangreicheres und entsprechend aufwändigeres Programm. Schwere Fälle – etwa eine Alkoholvergiftung mit Krankenhausaufenthalt – lösen automatisch eine qualifizierte Maßnahme aus, nicht bloß eine Anzeige. Vorbild ist die Eskalation bis zur verkehrspsychologischen Untersuchung.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li><strong>Prävention davor.</strong> Das Land Tirol baut die Suchtprävention an Schulen und in der Offenen Jugendarbeit aus, damit Aufklärung nicht erst nach dem Erwischtwerden beginnt.</li></ol></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Sun, 21 Jun 2026 08:55:16 +0000</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A3: Niemand braucht drei Uhrzeiten für dasselbe Problem!</title>
                        <link>http://antragsschmiede.junos.at/web/lakotirol0626/Niemand_braucht_drei_Uhrzeiten_fuer_dasselbe_Problem-36727</link>
                        <author>Isabella Kainz, Rafael Fiechter, Julian Pfurtscheller &amp; Felix Rovagnati</author>
                        <guid>http://antragsschmiede.junos.at/web/lakotirol0626/Niemand_braucht_drei_Uhrzeiten_fuer_dasselbe_Problem-36727</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Niemand braucht drei Uhrzeiten für dasselbe Problem!</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Begründung</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Jugendschutz soll zwei Dinge leisten: Kinder vor echten Gefahren schützen und junge Menschen Schritt für Schritt in die Eigenverantwortung führen. Bei den Ausgehzeiten schafft das Tiroler Jugendgesetz beides nicht – nicht, weil es zu lasch wäre, sondern weil es zu kompliziert ist.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wie lange jemand wegbleiben darf, hängt heute davon ab, durch welche Tür er geht. Am öffentlichen Platz gilt eine Zeit (§ 13), auf einer Veranstaltung eine andere – je nachdem, ob man begleitet wird und wer die Veranstaltung macht (§ 14) –, im Lokal wieder eine (§ 16). Dieselbe 13-jährige Person am selben Abend: am Platz bis 23 Uhr, am Fest bis 23 Uhr, mit volljähriger Begleitung bis 24 Uhr, im Lokal nur mit Begleitung. Das versteht niemand, das kontrolliert niemand – und genau deshalb schützt es auch niemanden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Es braucht etwas Einfaches: eine Uhrzeit pro Altersstufe, egal wo man ist. Zwei Stufen genügen – unter 12 und 12 bis 16. Ab 16 gibt es schon heute keine gesetzliche Ausgehzeit, und das soll so bleiben: Mit 16 braucht man andere Leitplanken als mit 12.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine Ausnahme ist sinnvoll: Wer von einer Aufsichtsperson begleitet wird, soll keiner gesetzlichen Zeitgrenze unterliegen. Dann entscheidet die begleitende Person, wie lange das Kind oder der bzw. die Jugendliche bleibt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Beschluss</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die JUNOS Tirol fordern, die Ausgehzeiten im Tiroler Jugendgesetz radikal zu vereinfachen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li><strong>Eine Zeit statt drei.</strong> Eine einheitliche Ausgehzeit, die gleich gilt – ob am öffentlichen Ort, auf einer Veranstaltung oder im Lokal. Die heute über §§ 13, 14 und 16 verstreuten, ortsabhängigen Zeiten werden zu einer Regel zusammengeführt.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><strong>Zwei Altersstufen, dann Freiheit.</strong> Je eine fixe Uhrzeit für unter 12 und für 12 bis 16. Ab dem vollendeten 16. Lebensjahr keine gesetzliche Ausgehzeit – wie schon heute.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li><strong>Mit Aufsichtsperson entscheidet die Aufsichtsperson.</strong> Wer begleitet wird, unterliegt keiner gesetzlichen Zeitgrenze. Die Verantwortung liegt dann bei der begleitenden Person.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li><strong>Gefahrenschutz bleibt.</strong> Aufenthaltsverbote an konkret gefährdenden Orten (Nachtlokale, Glücksspiel – § 16 Abs. 3) und die Regeln zu Alkohol, Tabak, Nikotin sowie jugendgefährdenden Medien und Waren (§§ 17–18b) bleiben unangetastet. Vereinfacht wird nur die Zeitreglementierung.</li></ol></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Sun, 21 Jun 2026 08:52:15 +0000</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A6: Wildcampen am Berg – geregelt statt verboten</title>
                        <link>http://antragsschmiede.junos.at/web/lakotirol0626/Wildcampen_am_Berg__geregelt_statt_verboten-31621</link>
                        <author>Felix Rovagnati</author>
                        <guid>http://antragsschmiede.junos.at/web/lakotirol0626/Wildcampen_am_Berg__geregelt_statt_verboten-31621</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wildcampen am Berg – geregelt statt verboten</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wildcampen findet statt – mit oder ohne Erlaubnis. Die Frage ist nicht <em>ob</em>, sondern <em>wie</em>. Das geltende faktische Verbot drängt es ins Unkontrollierte und produziert damit genau die Schäden, die es verhindern soll. Liberale Politik nimmt die Realität ernst und gestaltet sie, statt sie wegzuwünschen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Weg ist erprobt. In Madeira etwa ist freies Wildcampen untersagt – erlaubt ist das Übernachten nur auf ausgewiesenen Flächen, für die man vorab eine kostenlose Genehmigung beantragt, die der Steuerung der Belegung dient. Die Beantragung läuft online, die Bestätigung ist mitzuführen und der Forstaufsicht auf Verlangen vorzuzeigen. Feuerverbot und Müllmitnahme sind selbstverständlich. Tirol kann diesen pragmatischen Mittelweg übernehmen und mit seiner ohnehin starken Tourismus- und Wanderinfrastruktur verbinden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Tiroler Recht erlaubt schon heute Ausnahmen vom Kampierverbot – allerdings nur als kurzfristige Notlösung für Einzelanlässe, nicht als planbares, dauerhaftes Angebot. Genau diese Lücke schließt der Antrag: ein verlässliches Naturplatz-Netz statt punktueller Ausnahmen. Dass Zelten im Wald an die Zustimmung der Grundeigentümer gebunden ist und Schutzgebiete ausgenommen bleiben, macht den Vorschlag nicht schwächer, sondern umsetzbar.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Geregeltes Wildcampen ist kein Naturschutzrisiko – es ist Naturschutz mit Hausverstand: Wer Menschen ein gutes, legales Angebot macht, lenkt sie weg von den sensiblen Flächen und hin zu kontrollierbaren Plätzen. Das ist gut für die Natur, gut für den Tourismus und gut für alle, die den Berg lieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die JUNOS Tirol fordern daher:<br></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Ausgewiesene Naturplätze am Berg.</strong> Ein verlässliches Netz an Flächen, auf denen das Übernachten im Zelt ausdrücklich erlaubt ist – auf geeignetem Gelände und im Einvernehmen mit den Grundeigentümern. Aus dem pauschalen Verbot wird ein gesteuertes Angebot.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Digitale Buchung mit Kapazitätslimit.</strong> Eine einfache, kostenlose Online-Plattform, über die man seinen Platz vorab reserviert. Pro Platz und Nacht gilt ein Limit – so wird Überfüllung verhindert und der Andrang sinnvoll verteilt. Die Bestätigung ist mitzuführen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Klare Spielregeln.</strong> Kein offenes Feuer, den eigenen Müll restlos mitnehmen, in der Regel nur eine Nacht pro Platz. Wer den Platz nutzt, hinterlässt ihn so, wie er ihn vorgefunden hat.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Schutzgebiete bleiben tabu.</strong> Naturschutzgebiete, der Nationalpark Hohe Tauern und ökologisch besonders sensible Zonen sind ausgenommen. Geregeltes Wildcampen heißt nicht überall – es heißt: dort, wo es verträglich ist.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Rechtssicherheit fürs Biwak.</strong> Das kurze alpine Biwak – eine Nacht mit dem Biwaksack hoch oben, ohne Feuer – soll ausdrücklich erlaubt sein. Wer auf einer mehrtägigen Tour am Berg übernachtet, soll dafür nicht in einer rechtlichen Grauzone hängen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Stichprobenartig, aber konsequent kontrolliert.</strong> Das Angebot ist nur glaubwürdig, wenn der Missbrauch Folgen hat. Wer abseits der ausgewiesenen Plätze zündelt oder seinen Müll liegen lässt, wird konsequent zur Verantwortung gezogen.</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Sun, 21 Jun 2026 08:50:44 +0000</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A5: Start-up-Kapital mobilisieren – Gewinnfreibetrag und Investitionsfreibetrag für Investitionen in Start-up-Fonds öffnen</title>
                        <link>http://antragsschmiede.junos.at/web/lakotirol0626/Start-up-Kapital_mobilisieren__Gewinnfreibetrag_und_Investitionsfreib-27364</link>
                        <author>Bernhard Huber, Stefan Wachter, Tamara Fischer, Tobias Reindl &amp; Felix Rovagnati</author>
                        <guid>http://antragsschmiede.junos.at/web/lakotirol0626/Start-up-Kapital_mobilisieren__Gewinnfreibetrag_und_Investitionsfreib-27364</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Start-up-Kapital mobilisieren – Gewinnfreibetrag und Investitionsfreibetrag für Investitionen in Start-up-Fonds öffnen</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Forderung</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die JUNOS fordern die Bundesregierung auf, Investitionen in qualifizierte Start-up-Fonds steuerlich zu begünstigen – nicht durch ein neues Förderinstrument, sondern durch gezielte Erweiterung zweier bewährter Instrumente:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1. Gewinnfreibetrag (§ 10 EStG):</strong> Anteile an qualifizierten Start-up-Fonds werden in den Katalog der begünstigten Wirtschaftsgüter für den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag aufgenommen – gleichrangig mit den bereits heute begünstigten Wertpapieren gemäß § 14 Abs. 7 Z 4 EStG. Staffelung, Höchstbeträge, die vierjährige Behaltefrist und die Nachversteuerungssystematik gelten unverändert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2. Investitionsfreibetrag (§ 11 EStG):</strong> Investitionen in Anteile an qualifizierten Start-up-Fonds werden – analog zur bestehenden Differenzierung für ökologische Wirtschaftsgüter – mit dem erhöhten IFB-Satz begünstigt (regulär 15 % statt 10 %; im befristet erhöhten Regime 2026 entsprechend 22 % statt 20 %). Höchstbemessungsgrundlage von 1 Mio. Euro p.a., Behaltefrist und Nachversteuerung gelten unverändert. Die Doppelförderung ein und desselben Wirtschaftsguts über GFB und IFB bleibt – wie schon heute – ausgeschlossen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Als <strong>qualifizierte Start-up-Fonds</strong> gelten Fonds, die folgende Kriterien erfüllen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>a) Der Fonds investiert überwiegend in österreichische Start-ups – junge, innovative und wachstumsorientierte Unternehmen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>b.) Der Fonds ist ein regulierter Alternativer Investmentfonds (AIF) – insbesondere auch in Form eines European Long-Term Investment Fund (ELTIF) –, der von einem FMA-konzessionierten oder im EU-/EWR-Raum zugelassenen Verwalter verwaltet wird und der Aufsicht der FMA bzw. einer gleichwertigen EU-Aufsicht unterliegt.c) Als Vehikel kommen insbesondere Dachfonds, von Banken aufgelegte Beteiligungs-Fonds sowie Venture-Capital-Fonds in Frage.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>c.) Der Fonds bietet eine Stückelung, die auch kleinen und mittleren Betrieben eine Beteiligung ermöglicht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Begründung</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Österreich fällt bei der Start-up-Finanzierung zurück: 2025 brach das Finanzierungsvolumen um 56 Prozent auf 253 Millionen Euro ein – der vierte Rückgang in Folge, im Europa-Vergleich nur noch Platz 20, während der europäische Markt insgesamt wuchs. Es fehlt nicht an Gründer:innen, sondern an Rahmenbedingungen für privates Risikokapital.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wie viel Potenzial dabei auf dem Spiel steht, zeigt gerade Tirol. Der Universitätsstandort Innsbruck ist ein Gründungsmotor: Mit der Universität Innsbruck, der Medizinischen Universität Innsbruck und dem MCI – laut einer <a href="https://www.tum.de/aktuelles/alle-meldungen/pressemitteilungen/details/tum-bringt-die-meisten-gruenderinnen-und-gruender-hervor">Studie der TU München 2025</a> die gründungsstärkste Hochschule Österreichs gemessen an Gründungen je 1.000 Studierende und einzige heimische Hochschule unter den Top 20 im DACH-Raum – entsteht hier akademisches Innovationspotenzial in der Breite. Tirol stellt rund 8 Prozent aller österreichischen Start-ups (Austrian Startup Monitor 2025). Was dieser Szene fehlt, ist nicht der Gründergeist, sondern privates Wachstumskapital vor Ort. Eine steuerliche Begünstigung von Start-up-Fonds-Investitionen mobilisiert genau jenes regionale Kapital, das aus Innsbrucker Forschung wachsende Tiroler Unternehmen macht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Antrag schafft Anreize ohne neues Förderinstrument. Der Gewinnfreibetrag akzeptiert schon heute Wertpapiere als Deckungsinvestition; ihn für Start-up-Fonds zu öffnen, lenkt bestehende Anleihevolumina über die Vertriebskanäle der Banken in den Innovationsstandort um – weitgehend ohne zusätzliche Steuerausfälle. Und weil der Investitionsfreibetrag seine Sätze ohnehin nach Lenkungszielen staffelt, ist die Gleichstellung von Start-up-Finanzierung und Ökologisierung nur konsequent. Behaltefristen, Nachversteuerung und Höchstgrenzen bleiben unverändert; beide Hebel erreichen jede Rechtsform vom EPU bis zur GmbH. Mit Dachfonds und Beteiligungsfreibetrag hat die Bundesregierung die richtigen Ziele längst benannt – dieser Antrag liefert den konkreten Umsetzungspfad.</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Sun, 21 Jun 2026 08:29:42 +0000</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A2: Innsbruck braucht Räume für Jugend- und Clubkultur</title>
                        <link>http://antragsschmiede.junos.at/web/lakotirol0626/Innsbruck_braucht_Raeume_fuer_Jugend-_und_Clubkultur-58750</link>
                        <author>Georg Satzinger, Rafael Fiechter &amp; Felix Rovagnati</author>
                        <guid>http://antragsschmiede.junos.at/web/lakotirol0626/Innsbruck_braucht_Raeume_fuer_Jugend-_und_Clubkultur-58750</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Innsbruck braucht Räume für Jugend- und Clubkultur</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Innsbruck ist eine junge Stadt. Studierende, Lehrlinge, Schüler:innen und junge Arbeitnehmer:innen prägen das Leben dieser Stadt. Sie gehen aus, engagieren sich, organisieren Veranstaltungen, gründen Initiativen und wollen ihre Stadt mitgestalten. Trotzdem fehlt es oft an Orten, an denen junge Menschen wirklich Platz haben: zum Feiern, zum Kreativsein, zum Organisieren – und auch einfach zum Zusammensitzen, ohne etwas konsumieren zu müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gleichzeitig geraten Clubs, Bars, Kulturorte und kleine Veranstalter:innen unter Druck. Hohe Kosten, Lärmbeschwerden, komplizierte Auflagen und fehlende Planungssicherheit machen es schwer, Nachtkultur langfristig zu erhalten. Dabei ist Clubkultur kein Luxusproblem. Clubs, Konzerte, kleine Events und offene Treffpunkte gehören zu einer lebendigen Stadt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für JUNOS Tirol ist klar: Die Stadt soll nicht selbst Clubbetreiberin werden und nicht jedes Problem mit Steuergeld lösen. Gute Jugendkultur entsteht nicht durch staatliche Komplettplanung, sondern durch Freiheit, Eigeninitiative und gute Rahmenbedingungen. Aufgabe der Politik ist es, Hürden abzubauen, Räume zu ermöglichen und private Betreiber:innen, Vereine, Jugendzentren, Kulturinitiativen und junge Menschen machen zu lassen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen daher eine liberale und marktwirtschaftliche Ermöglichungskultur: weniger Bürokratie, mehr Eigenverantwortung, bessere Nutzung bestehender Möglichkeiten und mehr Vertrauen in junge Menschen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>JUNOS Tirol fordert daher:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1. Kulturviertel rund um die Bögen stärken</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Bereich rund um die Viaduktbögen, Dreiheiligen, Bäckerei, Zeughaus und Treibhaus soll als junges Kulturviertel weitergedacht werden. Dort gibt es bereits Clubkultur, Kulturinitiativen, Jugendangebote und urbanes Leben. Genau dort sollte Innsbruck ansetzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Jugendkultur darf nicht an den Stadtrand verdrängt werden. Junge Menschen brauchen Orte, die erreichbar, sichtbar und Teil der Stadt sind. Ziel ist kein künstliches Eventviertel von oben, sondern ein lebendiger Stadtbereich, in dem Clubs, Kulturorte, konsumfreie Räume und junge Initiativen nebeneinander Platz haben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Stadt Innsbruck soll deshalb gemeinsam mit bestehenden Clubs, Kulturorten, Jugendzentren, Vereinen, Initiativen und Anrainer:innen prüfen, wie dieser Bereich gestärkt werden kann.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2. Konsumfreien Jugendfreiraum bei den Bögen prüfen</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Innsbruck braucht Orte, an denen junge Menschen sein können, ohne Eintritt zu zahlen oder etwas kaufen zu müssen. Gerade in einer teuren Stadt ist das eine Frage von Freiheit. Konsumfreie Räume sind keine Einladung zu Chaos, sondern ein wichtiger Teil einer offenen Stadt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Stadt soll deshalb prüfen, ob im Bereich der Viaduktbögen ein konsumfreier Jugend- und Kulturraum entstehen kann. Denkbar wäre etwa die Nutzung von zwei geeigneten Bögen oder angrenzenden Flächen. Dabei geht es nicht um ein teures Prestigeprojekt, sondern um einfache Infrastruktur: Sitzmöglichkeiten, Toiletten, Beleuchtung, Müllkonzept, sichere Heimwege und klare Zuständigkeiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dieser Ort soll nicht verwahrlosen, aber auch nicht überreguliert werden. Es braucht Freiheit und Verantwortung zugleich. Junge Menschen sollen sich dort treffen und kleine Formate organisieren können: DJ-Sets, Vereinsabende, Workshops, politische Gespräche, Kleidertausch, Lesungen oder kleine Kulturveranstaltungen. Damit das funktioniert, braucht es klare Regeln gegen Gewalt, Müll und Belästigung sowie Zusammenarbeit mit Jugend- und Sozialarbeit.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>3. Bestehende Räume besser nutzen</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Innsbruck muss nicht jedes Problem mit Neubauten lösen. Oft geht es zuerst darum, vorhandene Möglichkeiten besser zu nutzen. Dabei soll ehrlich geprüft werden, wo es tatsächlich geeignete Flächen gibt. Gerade bei den Bögen darf nicht so getan werden, als gäbe es dort massenhaft Leerstand. Wenn aber stadteigene Gesellschaften, öffentliche Partner oder private Eigentümer:innen geeignete Räume haben, sollen diese leichter für Jugendkultur geöffnet werden können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das kann temporär, projektbezogen oder regelmäßig passieren. Denkbar sind Räume für Proben, kleine Veranstaltungen, Workshops, Vereine, Kulturinitiativen oder junge Gründer:innen im Kreativ- und Eventbereich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wichtig ist: Jugendkultur darf nicht nur auf Studierende reduziert werden. Studierende sind wichtig, aber Innsbruck besteht auch aus Lehrlingen, Schüler:innen, jungen Arbeitnehmer:innen, Vereinen, migrantischen Communities, Jugendzentren und jungen Unternehmer:innen. Eine gute Strategie muss alle mitdenken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4. Weniger Bürokratie für junge Veranstalter:innen</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Viele junge Menschen haben Ideen, wissen aber nicht, wie sie diese umsetzen können. Wer ein kleines Event, einen Vereinsabend, eine Clubnacht oder ein Pop-up-Format organisieren will, soll nicht an unklaren Zuständigkeiten und komplizierter Bürokratie scheitern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Innsbruck braucht daher eine einfache Informations- und Beratungsstruktur. Dort soll verständlich erklärt werden: Wie melde ich ein Event an? Welche Regeln gelten? Wie finde ich einen Raum? Wie gründe ich einen Verein? Wo bekomme ich Unterstützung?</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dabei sollen bestehende Jugendzentren, offene Jugendarbeit, Kulturvereine, Clubbetreiber:innen und auch Beratungsangebote wie die Wirtschaftskammer eingebunden werden. Das ist liberale Jugendpolitik: nicht alles selbst machen, sondern Menschen befähigen, selbst etwas zu machen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>5. Bestehende Clubs absichern und Jugendkulturhaus prüfen</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wer Clubsterben verhindern will, muss bestehende Orte ernst nehmen. Clubs und kleine Veranstaltungsorte brauchen Planungssicherheit. Lärmschutz, Nachbarschaftsdialog und sichere Heimwege sind wichtig. Aber Auflagen dürfen nicht so gestaltet werden, dass am Ende nur noch große kommerzielle Anbieter Veranstaltungen stemmen können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Langfristig soll Innsbruck außerdem ein Jugendkulturhaus in Richtung Stadtmitte prüfen. Dieses soll kein klassisches Behördenprojekt sein, sondern ein offener Creative Space: mit Raum für Musik, Clubkultur, Proberäume, Workshops, Vereine, junge Initiativen und konsumfreien Aufenthalt. Wichtig ist die Lage: Jugendkultur gehört sichtbar in die Stadt und nicht an den Rand ohne gute Anbindung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Beschluss</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>JUNOS Tirol setzt sich für eine Innsbrucker Jugendkultur-Offensive ein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Kern dieser Offensive sind:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>ein Kulturviertel rund um die Viaduktbögen,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>ein konsumfreier Jugendfreiraum im Bereich der Bögen,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>bessere Nutzung bestehender Räume,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>weniger Bürokratie für junge Veranstalter:innen,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die Absicherung bestehender Clubs und Kulturorte,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>und langfristig die Prüfung eines Jugendkulturhauses in Richtung Stadtmitte.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Innsbruck soll Clubsterben nicht verwalten, sondern aktiv verhindern. Die Stadt soll dabei nicht alles selbst betreiben, sondern eine liberale und marktwirtschaftliche Ermöglichungskultur schaffen: weniger Hürden, mehr Eigeninitiative, mehr Vertrauen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Innsbruck darf nicht nur schön sein. Innsbruck muss lebendig sein</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Sun, 21 Jun 2026 08:27:42 +0000</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A1: Chancen statt Klischees - Die Zukunft braucht Fachkräfte </title>
                        <link>http://antragsschmiede.junos.at/web/lakotirol0626/Chancen_statt_Klischees_-_Die_Zukunft_braucht_Fachkraefte_-52120</link>
                        <author>Georg Satzinger, Bernhard Huber, Tobias Reindl &amp; Julian Pfurtscheller</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Chancen statt Klischees - Die Zukunft braucht Fachkräfte </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Aktuelle Situation </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Lehre ist eine der wichtigsten Säulen unseres Wirtschaftsstandorts. Trotzdem kämpfen viele Betriebe händeringend um Lehrlinge, während gleichzeitig immer mehr junge Menschen das Gefühl haben, dass nur ein Studium als „echter“ Bildungsweg gilt. Die Folge: Fachkräftemangel auf der einen Seite und ein Bildungssystem auf der anderen Seite, das praktisches Talent noch immer zu oft unterschätzt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dabei liegt das Problem nicht an der Lehre selbst – sondern daran, wie wir über sie reden und wie wir sie organisiert haben. Noch immer wird die Lehre oft als „zweite Wahl“ wahrgenommen. In Schulen fehlt es an moderner Berufsorientierung, Eltern kennen viele neue Lehrberufe kaum und Jugendliche kommen häufig erst viel zu spät mit den Chancen einer Lehre in Berührung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Besonders absurd ist dabei, dass wir in Österreich zwar ständig von „Durchlässigkeit“ im Bildungssystem sprechen, viele Bildungswege aber weiterhin künstlich voneinander getrennt werden. Die Lehre mit Matura ist ein Erfolgsmodell, wird aber noch immer viel zu wenig sichtbar gemacht. Gleichzeitig entscheiden sich viele AHS-Maturantinnen und Maturanten erst später bewusst für eine Lehre – weil sie Praxis, Unternehmertum und echte Berufserfahrung suchen. Genau diese Wege verdienen endlich mehr Anerkennung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Auch berufsbildende mittlere Schulen wie HAS oder LLA werden oft unterschätzt, obwohl sie für viele junge Menschen das ideale Sprungbrett in eine hochwertige Lehrausbildung sind. Wer bereits Vorbildung oder Abschlüsse mitbringt, sollte außerdem nicht noch einmal dieselben Inhalte durchlaufen müssen. Das System ist hier oft unnötig starr.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Während Unternehmen längst mit KI, Robotik und digitalen Prozessen arbeiten, dominieren in manchen Berufsschulen noch starre Lehrpläne und Auswendiglernen. Moderne Projektarbeit, hybride Lernmodelle oder digitale Kompetenzen sind vielerorts noch Ausnahme statt Standard.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gerade in Zeiten von KI und Automatisierung wird oft so getan, als würde praktische Arbeit an Bedeutung verlieren. Tatsächlich passiert das Gegenteil.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Denn vieles, was unsere Gesellschaft am Laufen hält, kann nicht einfach automatisiert werden: Handwerk, Technik, Pflege, Produktion oder praktische Problemlösung bleiben unverzichtbar. Eine KI kann vielleicht Texte schreiben oder Daten analysieren – aber sie repariert keine Heizung, installiert keine Solaranlage und baut keine Maschinen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Lehre vermittelt Fähigkeiten, die realen Mehrwert schaffen – mit echten Ergebnissen, echter Verantwortung und echter Praxis. Dieses Selbstbewusstsein muss die Lehre auch wieder ausstrahlen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wer anpackt, Verantwortung übernimmt und praktische Lösungen schafft, verdient dieselbe gesellschaftliche Anerkennung wie jeder akademische Bildungsweg.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Unsere Lösung </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir JUNOS wollen die Lehre aus der alten Schublade holen und neu denken – als modernen Karriereweg mit Zukunft, Aufstiegschancen und internationaler Perspektive.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Bewusstseinsoffensive </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dafür braucht es zuerst eine echte Bewusstseinsoffensive. Berufsorientierung darf keine einmalige Pflichtübung sein, sondern muss jungen Menschen echte Einblicke in die Arbeitswelt ermöglichen. Berufsorientierung muss praxisnäher, moderner und kontinuierlicher stattfinden. Regelmäßige Praxistage in Betrieben, Projektarbeiten mit Unternehmen sowie Lehrlinge und innovative Berufsbilder direkt in den Schulen sollen Jugendlichen frühzeitig zeigen, welche Chancen und Möglichkeiten moderne Lehrberufe bieten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gleichzeitig müssen auch Eltern stärker eingebunden werden, weil sie bei Bildungsentscheidungen eine zentrale Rolle spielen. Elternabende gemeinsam mit Betrieben, ehemaligen Lehrlingen und Ausbildungsorganisationen können helfen, alte Vorurteile abzubauen und ein realistisches Bild der heutigen Lehre zu vermitteln. Zusätzlich braucht es transparente Informationen über Karriere-, Weiterbildungs- und Einkommenschancen nach einer Lehre, damit junge Menschen und ihre Familien fundierte Entscheidungen treffen können. Lehrlingsmessen und Informationskampagnen sollen deshalb gezielt auch Eltern ansprechen und die Lehre als modernen Karriereweg sichtbar machen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Besonders wichtig ist uns dabei, alle Bildungswege rund um die Lehre sichtbarer zu machen. Die Lehre mit Matura muss weiterhin aktiv gefördert werden, weil sie jungen Menschen zusätzliche Möglichkeiten eröffnet und zeigt, dass Praxis und höhere Bildung kein Widerspruch sind.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gleichzeitig wollen wir auch die Lehre nach der Matura stärker etablieren. Wer nach einer AHS-Matura oder nach anderen schulischen Abschlüssen bewusst den Schritt in die Praxis machen möchte, darf nicht das Gefühl haben, „zurückzugehen“. Im Gegenteil: Gerade diese Kombination aus Allgemeinbildung und praktischer Ausbildung verbindet oft das Beste aus beiden Welten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Auch berufsbildende mittlere Schulen wie HAS oder LLA müssen stärker als hochwertige Vorbereitung auf eine Lehre verstanden werden. Diese Bildungswege vermitteln bereits wichtige Grundlagen und gehören viel besser mit dem Lehrsystem vernetzt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wer bereits schulische Vorqualifikationen mitbringt, soll außerdem von einer verkürzten Lehrzeit profitieren können. Vorwissen muss anerkannt werden – nicht ignoriert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Moderne Berufsschulen </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Parallel dazu braucht es endlich eine echte Modernisierung der Berufsschulen. Moderne Werkstätten, digitale Infrastruktur, attraktive Lernräume und zeitgemäße Labore sind keine Luxusprojekte, sondern Grundvoraussetzungen für eine hochwertige Ausbildung. Junge Menschen verdienen Ausbildungsstätten, die Innovation ausstrahlen – nicht Stillstand.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Darüber hinaus wollen wir die Lehre inhaltlich modernisieren. KI, Robotik und digitale Kompetenzen müssen fixer Bestandteil moderner Lehrpläne werden. Statt sturem Auswendiglernen braucht es mehr echte Projektarbeit, mehr Eigenverantwortung und eine stärkere Ideenkultur.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Auch die Organisation der Berufsschule gehört reformiert. Weniger starre Blocksysteme und stattdessen regelmäßiger Unterricht – etwa ein Berufsschultag pro Woche – würden den Bezug zur Praxis stärken. Ergänzend dazu sollen hybride und digitale Lernangebote ausgebaut werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zusätzlich wollen wir Leistung stärker sichtbar machen – etwa durch Lehrlingswettbewerbe, Leistungsprämien und internationale Austauschprogramme wie ein Erasmus für Lehrlinge.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Lehre on Demand statt Zwang zum Internat </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Viele Lehrlinge stehen heute vor dem Problem, dass es für ihren gewählten Lehrberuf im eigenen Bundesland keine passende Berufsschule gibt. Die Konsequenz: Sie müssen für mehrere Wochen oder Monate in ein anderes Bundesland wechseln und dort im Internat wohnen. Gerade für junge Menschen ist das oft eine massive Hürde – sozial, organisatorisch und finanziell.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dabei leben wir längst in einer digitalen Welt, in der Lernen nicht mehr an einen bestimmten Ort gebunden sein muss.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir JUNOS wollen deshalb „Lehre on Demand“ ermöglichen: flexible hybride und digitale Berufsschulangebote, die es Lehrlingen erlauben, Teile ihrer Ausbildung bequem und zeitgemäß online zu absolvieren. Moderne Lernplattformen, digitale Unterrichtseinheiten und hybride Modelle können helfen, regionale Nachteile abzubauen und mehr jungen Menschen den Zugang zu ihrer Wunschlehre zu ermöglichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nicht jede Ausbildung braucht zwingend wochenlange Anwesenheit in einem Internat. Gerade in Zeiten von Digitalisierung und Remote-Arbeit muss auch die Lehre endlich moderner und flexibler gedacht werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unterschiedliche Bildungswege brauchen unterschiedliche Anforderungen</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gleichzeitig ist uns wichtig: Kein Lehrling soll durch unnötige Überforderung aus dem System gedrängt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wer sich bewusst für eine klassische Lehre entscheidet, soll sich auf eine hochwertige praktische Ausbildung konzentrieren können, ohne automatisch dieselben erweiterten theoretischen Anforderungen erfüllen zu müssen wie jemand, der zusätzlich die Matura absolviert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Lehre mit Matura bleibt für uns ein wichtiges Erfolgsmodell, das weiterhin aktiv gefördert werden soll. Sie richtet sich an jene, die zusätzlich ein höheres theoretisches Niveau anstreben und sich weitere Bildungs- und Karrierewege offenhalten möchten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das bedeutet aber auch: Unterschiedliche Bildungswege brauchen unterschiedliche Schwerpunkte. Nicht jede Ausbildung muss identisch aufgebaut sein, um gleich viel wert zu sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen ein System, das individuelle Stärken fördert, anstatt alle in dasselbe starre Modell zu pressen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Kompetenzverteilung: Was Land und Bund tun müssen </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Viele Reformen rund um Lehrpläne, Ausbildungsordnungen oder die Lehre mit Matura liegen auf Bundesebene. Auch die Berufsschullehrpläne werden bundesweit geregelt. (<a href="https://ris.bka.gv.at/NormDokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;Anlage=185&amp;Artikel=&amp;FassungVom=2026-04-06&amp;Gesetzesnummer=20009625&amp;Paragraf=&amp;Uebergangsrecht=&amp;utm_source=chatgpt.com">RIS</a>)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Bundesländer tragen jedoch eine zentrale Verantwortung für die Berufsschulen selbst – insbesondere bei Gebäuden, Infrastruktur, Ausstattung und der organisatorischen Gestaltung der Schulen. Genau hier kann und muss Landespolitik handeln.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gerade deshalb dürfen sich die Länder nicht länger aus der Verantwortung stehlen. Wer ständig vom Fachkräftemangel spricht, muss auch bereit sein, in moderne Berufsschulen zu investieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Forderung </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die JUNOS fordern daher eine umfassende Modernisierung der Lehre durch:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>eine landesweite Awareness-Offensive für Lehrberufe,</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>die stärkere Sichtbarkeit von Lehre mit Matura sowie Lehre nach der Matura</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>eine bessere Verknüpfung von berufsbildenden mittleren Schulen mit dem Lehrsystem,</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>die Anerkennung von Vorqualifikationen durch verkürzte Lehrzeiten,</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>moderne Berufsschulen mit zeitgemäßer Infrastruktur und Ausstattung,</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>sowie eine Reform der Berufsschulen hin zu mehr Praxis, Digitalisierung, Flexibilität und Zukunftskompetenzen wie KI und Robotik.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Lehre on Demand</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Denn die Lehre ist keine Ausbildung zweiter Klasse – und darf auch nicht länger so behandelt werden.</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Sun, 21 Jun 2026 08:25:44 +0000</pubDate>
                    </item></channel></rss>