| Veranstaltung: | Landeskongress Tirol |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 8.b. Weitere Anträge |
| Antragsteller*in: | Georg Satzinger, Rafael Fiechter & Felix Rovagnati |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 21.06.2026, 08:27 |
A2: Innsbruck braucht Räume für Jugend- und Clubkultur
Antragstext
Innsbruck ist eine junge Stadt. Studierende, Lehrlinge, Schüler:innen und junge
Arbeitnehmer:innen prägen das Leben dieser Stadt. Sie gehen aus, engagieren
sich, organisieren Veranstaltungen, gründen Initiativen und wollen ihre Stadt
mitgestalten. Trotzdem fehlt es oft an Orten, an denen junge Menschen wirklich
Platz haben: zum Feiern, zum Kreativsein, zum Organisieren – und auch einfach
zum Zusammensitzen, ohne etwas konsumieren zu müssen.
Gleichzeitig geraten Clubs, Bars, Kulturorte und kleine Veranstalter:innen unter
Druck. Hohe Kosten, Lärmbeschwerden, komplizierte Auflagen und fehlende
Planungssicherheit machen es schwer, Nachtkultur langfristig zu erhalten. Dabei
ist Clubkultur kein Luxusproblem. Clubs, Konzerte, kleine Events und offene
Treffpunkte gehören zu einer lebendigen Stadt.
Für JUNOS Tirol ist klar: Die Stadt soll nicht selbst Clubbetreiberin werden und
nicht jedes Problem mit Steuergeld lösen. Gute Jugendkultur entsteht nicht durch
staatliche Komplettplanung, sondern durch Freiheit, Eigeninitiative und gute
Rahmenbedingungen. Aufgabe der Politik ist es, Hürden abzubauen, Räume zu
ermöglichen und private Betreiber:innen, Vereine, Jugendzentren,
Kulturinitiativen und junge Menschen machen zu lassen.
Wir wollen daher eine liberale und marktwirtschaftliche Ermöglichungskultur:
weniger Bürokratie, mehr Eigenverantwortung, bessere Nutzung bestehender
Möglichkeiten und mehr Vertrauen in junge Menschen.
Der Bereich rund um die Viaduktbögen, Dreiheiligen, Bäckerei, Zeughaus und
Treibhaus soll als junges Kulturviertel weitergedacht werden. Dort gibt es
bereits Clubkultur, Kulturinitiativen, Jugendangebote und urbanes Leben. Genau
dort sollte Innsbruck ansetzen.
Jugendkultur darf nicht an den Stadtrand verdrängt werden. Junge Menschen
brauchen Orte, die erreichbar, sichtbar und Teil der Stadt sind. Ziel ist kein
künstliches Eventviertel von oben, sondern ein lebendiger Stadtbereich, in dem
Clubs, Kulturorte, konsumfreie Räume und junge Initiativen nebeneinander Platz
haben.
Die Stadt Innsbruck soll deshalb gemeinsam mit bestehenden Clubs, Kulturorten,
Jugendzentren, Vereinen, Initiativen und Anrainer:innen prüfen, wie dieser
Bereich gestärkt werden kann.
Innsbruck braucht Orte, an denen junge Menschen sein können, ohne Eintritt zu
zahlen oder etwas kaufen zu müssen. Gerade in einer teuren Stadt ist das eine
Frage von Freiheit. Konsumfreie Räume sind keine Einladung zu Chaos, sondern ein
wichtiger Teil einer offenen Stadt.
Die Stadt soll deshalb prüfen, ob im Bereich der Viaduktbögen ein konsumfreier
Jugend- und Kulturraum entstehen kann. Denkbar wäre etwa die Nutzung von zwei
geeigneten Bögen oder angrenzenden Flächen. Dabei geht es nicht um ein teures
Prestigeprojekt, sondern um einfache Infrastruktur: Sitzmöglichkeiten,
Toiletten, Beleuchtung, Müllkonzept, sichere Heimwege und klare Zuständigkeiten.
Dieser Ort soll nicht verwahrlosen, aber auch nicht überreguliert werden. Es
braucht Freiheit und Verantwortung zugleich. Junge Menschen sollen sich dort
treffen und kleine Formate organisieren können: DJ-Sets, Vereinsabende,
Workshops, politische Gespräche, Kleidertausch, Lesungen oder kleine
Kulturveranstaltungen. Damit das funktioniert, braucht es klare Regeln gegen
Gewalt, Müll und Belästigung sowie Zusammenarbeit mit Jugend- und Sozialarbeit.
Innsbruck muss nicht jedes Problem mit Neubauten lösen. Oft geht es zuerst
darum, vorhandene Möglichkeiten besser zu nutzen. Dabei soll ehrlich geprüft
werden, wo es tatsächlich geeignete Flächen gibt. Gerade bei den Bögen darf
nicht so getan werden, als gäbe es dort massenhaft Leerstand. Wenn aber
stadteigene Gesellschaften, öffentliche Partner oder private Eigentümer:innen
geeignete Räume haben, sollen diese leichter für Jugendkultur geöffnet werden
können.
Das kann temporär, projektbezogen oder regelmäßig passieren. Denkbar sind Räume
für Proben, kleine Veranstaltungen, Workshops, Vereine, Kulturinitiativen oder
junge Gründer:innen im Kreativ- und Eventbereich.
Wichtig ist: Jugendkultur darf nicht nur auf Studierende reduziert werden.
Studierende sind wichtig, aber Innsbruck besteht auch aus Lehrlingen,
Schüler:innen, jungen Arbeitnehmer:innen, Vereinen, migrantischen Communities,
Jugendzentren und jungen Unternehmer:innen. Eine gute Strategie muss alle
mitdenken.
Viele junge Menschen haben Ideen, wissen aber nicht, wie sie diese umsetzen
können. Wer ein kleines Event, einen Vereinsabend, eine Clubnacht oder ein Pop-
up-Format organisieren will, soll nicht an unklaren Zuständigkeiten und
komplizierter Bürokratie scheitern.
Innsbruck braucht daher eine einfache Informations- und Beratungsstruktur. Dort
soll verständlich erklärt werden: Wie melde ich ein Event an? Welche Regeln
gelten? Wie finde ich einen Raum? Wie gründe ich einen Verein? Wo bekomme ich
Unterstützung?
Dabei sollen bestehende Jugendzentren, offene Jugendarbeit, Kulturvereine,
Clubbetreiber:innen und auch Beratungsangebote wie die Wirtschaftskammer
eingebunden werden. Das ist liberale Jugendpolitik: nicht alles selbst machen,
sondern Menschen befähigen, selbst etwas zu machen.
5. Bestehende Clubs absichern und Jugendkulturhaus prüfen
Wer Clubsterben verhindern will, muss bestehende Orte ernst nehmen. Clubs und
kleine Veranstaltungsorte brauchen Planungssicherheit. Lärmschutz,
Nachbarschaftsdialog und sichere Heimwege sind wichtig. Aber Auflagen dürfen
nicht so gestaltet werden, dass am Ende nur noch große kommerzielle Anbieter
Veranstaltungen stemmen können.
Langfristig soll Innsbruck außerdem ein Jugendkulturhaus in Richtung Stadtmitte
prüfen. Dieses soll kein klassisches Behördenprojekt sein, sondern ein offener
Creative Space: mit Raum für Musik, Clubkultur, Proberäume, Workshops, Vereine,
junge Initiativen und konsumfreien Aufenthalt. Wichtig ist die Lage:
Jugendkultur gehört sichtbar in die Stadt und nicht an den Rand ohne gute
Anbindung.
JUNOS Tirol setzt sich für eine Innsbrucker Jugendkultur-Offensive ein.
- und langfristig die Prüfung eines Jugendkulturhauses in Richtung
Stadtmitte.
Innsbruck soll Clubsterben nicht verwalten, sondern aktiv verhindern. Die Stadt
soll dabei nicht alles selbst betreiben, sondern eine liberale und
marktwirtschaftliche Ermöglichungskultur schaffen: weniger Hürden, mehr
Eigeninitiative, mehr Vertrauen.

Kommentare